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Wie werden wir in Zukunft arbeiten?

16. Oktober 2020, Editorial

Verwaiste Büroräume, leere Postfächer und verstaubte Kaffeemaschinen. Das Leben in unseren Büros stand lange Zeit still und trotz zaghafter Wiederbelebungsversuche bleibt die Zukunft des Office Alltages ungewiss.

Thema:

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Zukunft

Vor allem Unternehmen müssen aus der aktuellen Situation lernen und notwendige Maßnahmen ergreifen. So hat die Krise ja auch technologischen Wandel gebracht und unsere Gesellschaft verändert.

Vom digitalen Homeoffice über Zoom Meetings bis zum Online-Einkauf. In der Arbeitswelt ist die Beschleunigung von Trends wie Digitalisierung, Telearbeit und Gig Economy besonders deutlich. Welche sozialen und politischen Auswirkungen sind daraus zu erwarten? Und wie wird die Covid-Krise unseren Arbeitsalltag verändern?

Das Buch des Führungskräftetrainer- und Schriftsteller-Ehepaars Anja Förster und Peter Kreuz trägt den Titel in Anlehnung an ein Zitat, das dem ehemaligen britischen Premier Winston Churchill zugeschrieben wird: „Never let a good crisis go to waste.“ „Vergeude keine Krise!“ ist eine Aufforderung, den Wandel der Arbeitswelt im selben Maße offen zu begegnen, wie er durch Corona beschleunigt wurde. Krisen kann man nicht ändern, nur die Art und Weise, wie man darauf reagiert, lautet also die Quintessenz daraus.

Es spart Kosten und ermöglicht Mitarbeitern mehr Flexibilität.

Dass sich das Home Office Modell bewährt hat und uns auch in Zukunft verstärkt begleiten wird, liegt auf der Hand. Man kann sich auf seine Arbeit fokussieren und wird nur bedingt abgelenkt. Durch die Ruhe und das gewohnte Umfeld steigt auch das Wohlbefinden und damit die Produktivität, ergo auch der Umsatz.

Aber auch die Anwesenheit im Büro hat klare Vorteile. Es gibt ja auch spontane Formen der Arbeitskommunikation, Gespräche auf dem Gang, die für die Zusammenarbeit und das Entstehen von Ideen wichtig sind. Auch das Gefühl, Teil eines Teams zu sein ist, wirkt sich positiv auf die meisten Menschen aus. Ein wesentlicher sozialer Aspekt. Es wäre also falsch, den Büroraum an sich aufzugeben. Wie Professor Werner Eichhorst, der am Institute of Labor Economics in Bonn zur Zukunft der Arbeit und zum Wandel der Arbeitswelt forscht, in einem Interview mit der Zeit erklärt.

Fact ist, dass je länger wir uns in Österreich in dieser Ausnahmesituation befinden, desto mehr entwickelt es sich zur neuen Normalität. Und bietet Unternehmen eine Chance, sich auf zukunftsweisende Arbeitsmodelle vorzubereiten und frühzeitig zu handeln. Wie etwa das Lösen von Problemen, was die “Führung aus Distanz“ betrifft oder die verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit.

Hier kommt das Abbauen von hierarchischen Strukturen und die stärkere Einbeziehung von Mitarbeitern in Entscheidungen ins Spiel. Offene Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten ist dabei unerlässlich. Manche Arbeitnehmer arbeiten besser mit klaren inhaltlichen und zeitlichen Vorgaben, andere sind produktiver, wenn sie selbst entscheiden können, wie ihre Arbeitsabläufe aussehen.

Die Möglichkeit für alle, so arbeiten zu können, wie sie wollen.

Diesen Ansatz verfolgt der Keynotespeaker Frank Eilers in einer Folge seines Podcasts „Arbeitsphilosophien“.
„Dazu brauche es Flexibilität, Vertrauen und vor allem die „Vielfalt des Denkens“, so der Experte. „Was Arbeit angeht, sehen wir im Moment: Es geht auch anders. Ich hoffe, dass das auch unsere Einstellung beeinflusst: Wie sehen wir Arbeit jetzt? Wie entlohnen wir in Zukunft? Müssen wir wirklich wieder zurück zu Präsentismus und 9 to 5? Oder erkennen wir, dass es Wege gibt, produktiver zu arbeiten, und dass wir den digitalen Schub, den wir jetzt erfahren, dafür nützen können? Wir sehen jetzt auch, was weg kann. Müssen Meetings in Zukunft 1,5 Stunden dauern oder reichen 30 Minuten?“ In Wahrheit, so Frank, sind wir selbst dafür verantwortlich, welches der Szenarien eintritt.

Auch wenn die Zukunft noch ungewisse ist, können wir unser Leben und Schaffen schon aus einer völlig neuen Perspektive betrachten. Jetzt getroffene Entscheidungen und Massnahmen für den mobilen Arbeitsplatz sind essentiell, um für die Zukunft des Arbeitens gewappnet zu sein.

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