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(Un)Limited?

08. April 2020, Editorial

Wer in letzter Zeit seine Lieblingsserien auf Netflix gestreamt oder tägliche Videokonferenzen auf seiner Agenda stehen hat, dem ist die gedrosselte Bildqualität wahrscheinlich schon aufgefallen. In Folge der Coronakrise ist das Internet natürlich gefragter, denn je.

Thema:

cloud
Coronakrise
Home-Office
Internet
Streaming

Welche Auswirkungen Home Office, E-Learning & Co sonst noch auf das Internet haben, haben wir Alexander Windbichler gefragt. Er ist Gründer und CEO des IT Dienstleisters Anexia.

Macht sich das viele Home-Office und das Daheimbleiben beim Internet bemerkbar?

Ja, definitiv. Wir haben die Veränderungen im Nutzerverhalten bei uns sofort bemerkt. Die Systembelastung ist enorm: Der Datentransfer hat sich teils verdreifacht, die Rechenleistung mehr als verdoppelt, mancherorts gar verzehnfacht. Problematisch ist die s.g. „letzte Meile“ zum Nutzer und das veränderte Nutzungsverhalten.

Illustriert am Beispiel an einer vielköpfigen Familie – Mutter, Vater und zwei Kinder. Am Montagvormittag sind normalerweise die Kinder in der Schule, Mutter und Vater sind am Arbeitsplatz. Der Vater wurde aufgrund der Krise gekündigt oder in Kurzarbeit geschickt, die Mutter arbeitet weiterhin, aber im Home-Office. Die Kinder lernen per Videokonferenz, die Mutter arbeitet am PC und der Vater schaut möglicherweise ein Video auf YouTube. Aufgrund der Ausgangsbeschränkung sitzen aber auch viele alleinstehende Menschen auf der Couch und vertreiben sich die Zeit oftmals mit einer Netflix Serie.

Daher haben wir die Kapazitäten dem Nutzerverhalten angepasst. Und schaffen es damit Millionen von Arbeitsplätzen im Homeoffice weltweit funktionstüchtig zu halten und gleichzeitig E-Learning und Streaming Nutzung zu gewährleisten.

Wie sieht es da in Zukunft aus, können wir darauf bauen, dass weiterhin alles Reibungslos funktioniert beim Arbeiten von Zuhause?

Zur Beruhigung: Ja natürlich, die IT- und Cloudanbieter in Österreich haben vorgesorgt und sind für Krisen wie diese gerüstet. Wir haben beispielsweise die Kapazität unserer Cloud Plattform speziell in Österreich, Deutschland und den USA vorsorglich massiv erweitert.

Und wir sind ähnlich wie die Lebensmittelhändler als „Betreiber kritischer Infrastruktur“ eingestuft worden. Damit sind wir in der komfortablen Situation, dass wir zu jedem Zeitpunkt Zugang zu unserer Infrastruktur erhalten können und gegebenenfalls so auf Veränderungen schnell reagieren können. Unsere Branche ist sozusagen das digitale Rückgrat Österreichs in der Krise, so wie die Lebensmittelhändler für unsere Grundbedürfnisse und die Krankenhäuser und Ärzte für die Gesundheit.

Was wir jedoch sehen ist, dass manche versuchen diese Krise auszunutzen. Wir beobachten beispielsweise eine sehr hohe Anzahl an „Social Engineering“ Attacken und gefälschten Nachrichten.

Wie schaut es mit der Bandbreite aus? IT-Unternehmen wie Facebook oder Netflix haben ja jetzt begonnen Dateien in niedriger Qualität zu versenden?

Die Schritte, die beispielsweise Netflix (das über unsere Server läuft) und YouTube mit der Reduktion der Videoqualität von HD auf SD durchgeführt haben, waren notwendig.

Das Kärntner Unternehmen Anexia wurde 2006 vom damals 19-jährigen Alexander Windbichler gegründet und hat sich seither zu einem rasant wachsenden IT-Dienstleister entwickelt. Es bietet eine breite Palette an Dienstleistungen in den Bereichen Softwareentwicklung und Hosting an. International hat Anexia vor allem mit Cloud-Hosting Bekanntheit erlangt. Zu den Kunden zählen u.a. Netflix, Lufthansa, BMW und AirBnB.

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