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Simply the best!

03. Januar 2020, Editorial

Die Kleiderschränke sind bis oben hin voll, der Schreibtisch dient nur noch als Ablage und der Keller platzt aus allen Nähten. Wir behalten Dinge, die wir nicht brauchen, weil wir uns denken, dass sie irgendwann noch einmal nützlich sein können. Gleichzeitig sind wir mit einer Flut an ständig neuen Waren und wöchentlich wechselnden Kollektionen der Modehäuser konfrontiert. Der Lebensstil Minimalismus und Sharing-Anbieter versuchen dem Abhilfe zu leisten.

Thema:

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minimalismus
neujahrsvorsatz
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weniger ist mehr

Kondos du schon?

Nicht zuletzt seit Marie Kondo ihr Buch „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ vor 5 Jahren rausgebracht hat, ist der Wegwerf-Trend in aller Munde. Millionen Menschen haben Interesse an ihrer „Konmari-Methode“ gefunden, die den Ansatz hat, Ordnung in den Kleiderschrank und somit auch ins eigene Leben zu bringen. Es gibt inzwischen sogar bereits ein Verb, dass nach ihr benannt wurde. Im Englischen heißt „to kondo“ einen Schrank aufräumen. Die Beliebtheit von Kondos Buch spricht dafür, dass wir in einer Gesellschaft leben, die zu viel Materielles angesammelt hat und das ganze Zeug irgendwie nicht loswerden kann, stattdessen sogar noch mehr kauft. Doch ist dies nur ein kurzweiliger Trend oder steckt mehr dahinter?

 „In der Einfachheit liegt die Schönheit“

Das hat schon Platon behauptet. Mit diesen Hintergedanken wurde nun der Lebensstil Minimalismus ins Leben gerufen. Es bedeutet, bewusst auf Sachen zu verzichten, um Platz für das Wesentliche zu schaffen und stellt somit eine klare Gegenbewegung zu Materialismus und Konsumwahn dar, der verstärkt unsere Gesellschaft prägt. Wenn man weniger besitzt, lernt man, den wenigen Gegenständen, auf die man sich reduziert, mehr Bedeutung zukommen zu lassen. Die Benefits?

 

  • Mehr Platz
    Das ist wohl einer der größten Vorteile. Dadurch werden Umzüge, Reisen und auch das Wohnen einfacher.
  • Bessere Konzentration
    Lernen oder arbeiten im Chaos? No way! Je aufgeräumter das Umfeld ist, desto besser kann man sich konzentrieren.
  • Mehr Geld für anderes
    Im Monat kommt ganz schön was zusammen, wenn man viel Neues kauft. Dieses Geld kann gut und einfach gespart werden, indem man einmal versucht mit weniger auszukommen und vielleicht mal die Bluse anzieht, die schon ewig n den Tiefen des Schrankes Staub ansammelt.
  • Die Umwelt freut sich
    Je häufiger und vor allem länger Dinge genützt werden, desto nachhaltiger ist es. Das Optimum wäre, Produkte nur noch in hoher Qualität herzustellen, damit sie möglichst lange genutzt werden können. Viele Händler haben das erkannt – es gibt zum Beispiel bereits Babymode zum Mieten an und auch Luxusmodemarken sind auf diesen Zug aufgesprungen.

Sharing is Caring

Auch der Trend des Teilens – oft nur „Sharing“ genannt – kann helfen, sich leichter von Dingen zu trennen. Man muss nicht mehr alles besitzen, da es heutzutage viele Plattformen gibt, auf denen man Sachen ausborgen oder mieten kann. Die Wirtschaft hat diese Entwicklung früh erkannt und bietet Produkte zum Teilen an – seien es die sehr präsenten E-Scooter, City-Bikes, geteilte Gärten, Werkzeug in der Nachbarschaft, Car2Go, öffentliche Bücherschränke UND sogar teure Handtaschen zum Mieten. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers nutzt jeder Zweite in Deutschland Sharing Angebote und rund zwei Drittel möchte in Zukunft Produkte oder Dienstleistungen selbst Eigentum verborgen oder teilen. Die Hauptgründe sind das Verdienen von zusätzlichem Geld, der Gedanke an die Umwelt, ein positiver Einfluss auf die Gesellschaft und das Zusammenkommen von Menschen. Außerdem tut es einfach gut, weniger Sachen im Haus oder in der Wohnung zu haben und trotzdem Zugriff auf benötigte Dinge zu haben.

Sharing Economy hat nicht nur Vorteile.

Für traditionelle Anbieter stellen die Sharing Plattformen primär wachsende Konkurrenz dar und für Konsumenten und Konsumentinnen bedeutet sie vor allem niedrigere Preise und mehr Auswahl – was wiederum gegen die Idee von Minimalismus spricht, denn bei niedrigen Preisen wird mehr konsumiert. So muss man diese neue Idee des Teilens sinnvoll ins Leben integrieren, damit wir nicht noch mehr, sondern weniger und bewusster konsumieren. Der hauptsächliche Vorteil von Sharing, nämlich effiziente Ressourcennutzung, sollte dabei aber großgeschrieben werden. Eine Studie in Hamburg hat zum Beispiel ergeben, dass Taxis nur etwa 28 Prozent der Zeit ausgelastet sind und bei Uber diese Zahl mehr als doppelt so hoch ist.

Der Vorsatz für 2020

Wer es ausprobieren möchte, kann sich dieses Jahr „weniger ist mehr“ zum Motto machen und Ausmisten, Schenken und Teilen. Gut für Gesellschaft, Umwelt und sich selbst! Auch klein anfangen wird bald belohnt werden.

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