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Es werde Licht!

06. Dezember 2019, Editorial

Während man im Sommer Energie bis zum Umfallen hat, fällt man im Winter in den Winterblues und blinzelt nur noch selten der Sonne entgegen; unsere Stimmung verändert sich. Doch Licht beeinflusst uns in viel mehr Aspekten als wir denken.

Thema:

Beleuchtung
Einkaufsverhalten
Selling Point
Umsatzsteigerung
Verkaufslicht

Das Licht der Welt

Wenn die Tage langsam wieder kürzer werden und die Sonne an Kraft verliert, dreht der Großteil von Europa an der Uhr und stellt sich auf die Winterzeit um. Es freuen sich also Morgenmuffel über eine längere Nacht und eine Stunde mehr Schlaf. Die Frage, die dabei immer wieder auftritt ist: Brauchen wir die Zeitumstellung wirklich und was bringt sie? Ursprünglich eingeführt wurde diese Angleichung, um Energie zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen. Zwar spricht einiges dafür, dass diese Einsparung in der Summe nicht eintritt – ein unbestrittener Vorteil ist aber, dass es während der Zeit, in der die meisten Menschen aktiv sind, mehr Tageslicht gibt. So hat man insbesondere auch nach Feierabend noch eine Stunde mehr Sonnenschein während der Sommerzeit, als es ohne sie der Fall wäre.

Guten Morgen, Sonnenschein

„Please don’t take my sunshine away!“ Was Johnny Cash in seinem berühmten Song „You are my sunshine“ besingt, können viele von uns nur allzu gut nachvollziehen. Licht wirkt sich nicht nur auf unsere Psyche aus, sondern hat auch einen wesentlichen Einfluss auf unseren biologischen Tagesrhythmus. Licht gibt uns aber auch Orientierung, schafft Sicherheit im Straßenverkehr und ist nicht zuletzt auch ein wichtiges Element der Architektur und der Werbung.

So können mit Licht einladende Räume geschaffen werden, die unser emotionales Wohlbefinden beeinflussen. Licht kann Dramaturgie schaffen und Aufmerksamkeit erregen – wie zum Beispiel im Schaufensterbereich eines Shops – oder beruhigend und entspannend wirken – wie zum Beispiel in Hotelzimmern oder Pausenräumen. Licht kann aber auch das Büro in Szene setzen und so zu höherem Wohlbefinden bis hin zu größerer Identifikation und Zufriedenheit am Arbeitsplatz führen. Eine Studie aus dem Jahre 2002 hat herausgefunden, dass Tageslicht ein maßgeblicher Zeitgeber für den Schlaf-Wach-Rhythmus, also unsere sogenannte „innere Uhr“ ist. Mit Einsatz der Dunkelheit wird im Körper die Produktion des schlaffördernden Hormons Melatonin erhöht und der Körper wird auf Schlaf eingestimmt. Dunkelheit steigert demnach die Produktion von Melatonin, während Tageslicht uns hilft in der Früh aufzustehen und uns tagsüber wachhält. Deswegen sollte man vor allem im Winter öfters mal vor die Türe gehen, um etwas Tageslicht zu tanken. Auch an einem grauen, bewölkten Tag ist Tageslicht nämlich bei weitem besser und auch heller als künstliche Raumbeleuchtung.

Nach diesen Findings ist es nicht verwunderlich, dass auch die Industrie daran interessiert ist, die Wirkung von Licht genauer unter die Lupe zu nehmen und für sich zu nutzen. Beleuchtung dient in der Konsumgütergesellschaft schon länger nicht mehr nur als Mittel zum Zweck, sondern als strategisches Instrument, um Produkte besser in Szene zu setzen und eine verkaufsfördernde Atmosphäre zu schaffen.

Im guten Licht erscheinen

Schon die Redewendung, die bei uns im gängigen Gebrauch ist, zeigt, wie viel Positives wir mit Licht assoziieren. Das ist auch ein großer Selling Point für den Einzelhandel. Licht hat eine große Wirkung auf unser Einkaufsverhalten, was wir als Kunden oft nicht wahrnehmen, da die Beeinflussung unterbewusst geschieht. „Gutes Verkaufslicht lädt zum Verweilen und Zugreifen ein, schafft Entspannung und Orientierung, betont Abteilungen und Produkte, fördert Umsatz und Kundenbindung“ erklärt Klaus Fürst, Lichtplaner und Geschäftsführer der Firstlight_GmbH.

Grundsätzlich gilt dabei die Regel: Je exklusiver das Geschäft und das Angebot, desto mehr Fokus muss auf Beleuchtung gelegt werden. Dabei sollte man vor allem zwei Punkte bedenken: Zum einen sollen die Produkte sichtbar gemacht werden und die Aufmerksamkeit der Käufer gezielt auf spezielle Produkte gelenkt werden. Zum anderen können damit unterschiedliche Stimmungen und Atmosphären im Raum erzeugt werden, die Emotion und Motivation und somit auch das Kaufverhalten der Kunden beeinflussen. Ist die Beleuchtungsstärke gering eingestellt, erhöht das die Exklusivität von Verkaufsräumen und es wird eine angenehme Konsumatmosphäre geschaffen.  Hohe Beleuchtungsstärken erzeugen hingegen eher eine Discounter-Atmosphäre, die Kunden dazu führen soll schnelle und impulsive Käufe zu tätigen. Die Firma Wrigley setzt beispielsweise auf beleuchtete Regale für die Kassenzone, um Impulsartikel wie Kaugummis noch stärker zu betonen. Der Wein- und Spirituosenkonzern Pernod Ricard will dagegen Anlasskäufer mit blauem Licht, das für ein gewisses „Partygefühl“ steht, zum Kauf bringen.

Grundsätzlich zeichnen sich gute Lichtquellen dadurch aus, dass sie Farben so zeigen, wie sie in natürlichem Licht erscheinen. Eine gute Farbwiedergabe ist in Bereichen wie Mode, Sport und Automotive besonders wichtig und unterstreicht die Authentizität von Marke und Produkt.

Apropos Mode…

Ein Licht, das jeden Makel ans Tageslicht bringt? Ja richtig, die Umkleidekabine. Ein heißes Thema, denn  gerade im Textilgeschäft ist die Beleuchtung besonders in den Umkleidekabinen wichtig, da es sich sonst als totale Verkaufsbremse entpuppt. Man möchte ja in einladender Umgebung und angenehmer Beleuchtung, in der man gut aussieht, seine Kleidung anprobieren. Und nicht nur für die Kunden ist das von Vorteil – auch der Handel kann damit über Umsatzsteigerungen von 15 Prozent berichten.

Licht ist also ein großer Bestandteil unseres Lebens – ob in Verkaufsräumen oder als Bestimmer unseres Tagesrhythmus´ oder unserer Laune. Und gerade jetzt in der Weihnachtszeit wird uns Licht in Form von Kerzen und blinkenden Lichterketten wieder öfter begleiten und für Weihnachtsstimmung sorgen. Also: Lights on!

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