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Bad Influence?

25. Oktober 2019, Editorial

"Ich betrachte die Welt, als würde ich sie jeden Tag neu entdecken. Ich genieße jede Minute", erklärt die mittlerweile 98jährige Modeikone Iris Apfel in dem ersten der beiden Filmen der globalen Magnum Kampagne.

Thema:

Apfel
Influencer
Magnum
marketing
neue art des Einfluss

“Lebe Deinen Genuss“

Die Aufnahmen mit Iris Apfel sind seit dem Sommer weltweit in allen Magnum Pleasure Stores, auf Instagram und allen anderen sozialen Kanälen zu sehen. Farbenfroh in Szene gesetzt von den Modefotografen Mert Alas und Marcus Pigott in der nach eigenem Bekunden verspieltesten Kampagne der Unilever-Eismarke, schon alleine wegen des Hashtags #NeverStopPlaying.

(…) „98 Jahre alt, Modeikone, Unternehmerin und moderne Muse – eine Frau, die nie Angst hat, Regeln und Normen zu durchbrechen“, heißt es von Seiten Magnums. Iris Apfel ist also die perfekte Wahl. Nicht zuletzt, weil sie alleine auf Instagram 1,3 Mio Follower hat. Womit wir beim vieldiskutierten Thema des Influencer – Marketings wären. Früher sollten Topmodels und glamouröse Filmstars die Verkaufszahlen in die Höhe treiben, jetzt sind es Menschen, wie du und ich, die Kosmetik, Mode und gesunde Ernährung bewerben. Aus allen Alterklassen.

Die Rolle der Influencer

Und obwohl über Influencer ganz gezielt bestimmte Zielgruppen erreicht werden können und auch die Kosten sehr viel geringer sind, zumindest, wenn nicht die ganz großen Influencer der Szene gebucht werden, stößt vielen dieser Apfel sauer auf. Vor allem für junge Teile der Gesellschaft spielen Influencer eine große Rolle. Eine zu große, wie die Mehrheit der Deutschen findet. Das haben Umfragedaten vom deutschen Meinungsforschungsinstitut YouGov im Juli ergeben. Besonders die Befragten zwischen 18 und 34 Jahren finden, dass Influencer einen zu großen Einfluss haben (65 Prozent). Und auch die Deutschen ab 35 Jahren sind mehrheitlich dieser Ansicht. Interessanterweise nahm die Skepsis mit zunehmendem Alter sogar leicht ab. Es waren also die am stärksten beeinflussten, jüngeren Menschen, die Influencern besonders kritisch gegenüberstehen.

Das würde also die Annahme wiederlegen, dass es sich dabei um einen Teil des Generationenkonflikts zwischen denjenigen, die sich in der digitalen Welt so mühelos fortbewegen, weil sie nie etwas Anderes kennengelernt haben und denjenigen, die das Internet einfach nicht verstehen (wollen) handelt.

“Influencer Marketing ist nur etwas für Millenials.“ Dieses Gerücht hält sich hartnäckig in der Branche. Dabei ist die Generation 50+ eine hochrelevante Zielgruppe. Sie haben Zeit und meist auch Geld. Und erobern die digitale Welt. Laut Statistik Austria werden sie immer mehr: Die sogenannten Best Ager. Im Jahr 2080 werden laut Bevölkerungsprognose Menschen über 65 bereits 29% der gesamten Bevölkerung Österreichs ausmachen. Und schon heute ist die Altersgruppe 50+ von entscheidender marktwirtschaftlicher Bedeutung. Und zwar nicht nur, wenn es um die klassischen „Altersthemen“ geht, wie man am Beispiel von Iris Apfel sehen kann. 1,3 Millionen Abonnenten auf Instagram verfolgen ihren Alltag, lieben ihre opulenten Outfits und sehen dabei zu, wie sie jede Minute ihres Lebens genießt. Wenn das mal keine Vorbildwirkung ist.

Eine neue Art von Einfluss.

Die erwachsenen Heldinnen und Helden des Alltags sind viel authentischer und glaubwürdiger, als ihre jüngeren Kollegen im Netz. Das ist eine ganz neue Chance für Marken: mit alten Klischees zu brechen, Einfühlungsvermögen zu zeigen. Wenn Influencer richtig eingesetzt werden, sind sie besser als ihr Ruf!

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