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Baby come back

22. November 2019, Editorial

Totgesagte leben länger. Auch wenn das im Fall der Marke Gucci vielleicht etwas überzogen ist. Immerhin ist das Label aktuell der wichtigste Profit-Treiber des in Paris ansässigen Luxuskonzerns Kering.

Thema:

Gucci
Gucci Garden
so geht Marketing
Umsatz verdoppeln

Introbild

© Gucci Garden

Der Umsatz des italienischen Luxusmodeherstellers in hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt – auf einen Rekordwert von rund 8,3 Milliarden Euro im Jahr 2018. Gleichzeitig ist der operative Gewinn in den vergangenen Jahren sprunghaft in die Höhe geschnellt, auf das Dreifache im Vergleich zu 2015. Wachstumsraten auf derart hohem Niveau sucht man in der Modebranche sonst vergebens. Das braucht Manpower und einen kreativen Kopf. Und der heißt Alessandro Michele. Seit seiner Ernennung zum Kreativdirektor im Januar 2015 hat sich nicht nur der Umsatz des Hauses mehr als verdoppelt, Gucci gilt wieder mehr, als modisch relevant.

Michele selbst, der Gucci in neue finanzielle Sphären gehoben hat, gibt sich in einem Interview mit „der Welt“ romantisch: „Das Unternehmen, für das ich arbeite, verdient viel Geld. Und Geld muss sinnvoll ausgegeben werden. Wenn wir Kultur unterstützen, wird das als Marketing interpretiert. Tatsächlich geschieht es aus Liebe.“ Tatsächlich dürfte auch marketingtechnisch alles gepasst haben. Genauer gesagt „Geschäftsstrategie, Ästhetik und Zielgruppe.“, um Marco Bizzarri, Präsident und CEO von Gucci, zu zitieren. Die Marke setzt nun auf eine Mischung aus Luxus- und Streetwear für einen jüngeren Konsumenten sowie auf überzeugendes Storytelling für das Social Media-Zeitalter. Da teilt Superstars Beyoncé mal eben ein Foto von sich und ihrer Tochter in einer Gucci Jeansjacke und erreicht mehr Menschen, als es in vielen Ländern dieser Erde gibt. So geht Marketing.

Perfekt für vor allen all die jungen Kunden, die weltweit vor den Geschäften Schlange stehen oder nach Florenz pilgern, um sich im “Gucci Garden“, einer Art Erlebniswelt für alle Jünger des Labels, fotografieren zu lassen. Dabei handelt es sich um einen Shop, Dauerausstellung und Restaurant in einem, für das mal eben so Superstarkoch Massimo Bottura engagiert wurde. Der verwöhnt dort alle Modefans mit köstlichen Kreationen in der Gucci Osteria. Haute Cuisine meets Haute Couture. Auch nicht schlecht.

Have No Fear

Was wir daraus marketingtechnisch lernen können? Keine Angst zu haben. Lange hatten vor allem Luxusmarken oder Traditionsunternehmen Sorge, dass über digitales Marketing und ihre Kanäle der Markenkern oder gar die Exklusivität des Brands verloren gehen könnte. Dabei gilt es ja immer auch eine neue Kundengeneration zu erreichen und ihnen vor allen Dingen etwas Außergewöhnliches zu bieten. Sei es mit kreativen, fesselnden Social Media Kampagnen oder eben auch mit offline Erlebniswelten, wie etwa dem schon erwähnte Gucci Garden – der mit seinen Shops, Ausstellungen und Museum sowohl die Gegenwart, als auch die Vergangenheit des Luxushauses feiert. Bravo, Gucci.

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