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Wer sich jetzt in die 8. Matheklasse zurückversetzt fühlt oder nur ein Bild von Hieroglyphen und einem IT Raum vor sich hat, bitte gut aufpassen: früher nur ein Begriff für Mathe-Nerds, bestimmen die Rechenformeln inzwischen immer mehr unser Leben und prägen unseren Alltag in großem Maße. Doch was genau sind Algorithmen und wie beeinflussen sie uns konkret im Alltag?

Algorithmus? All right!

Als Megatrend beschrieben und für Aufregung sorgend, sind Algorithmen derzeit in aller Munde. Durch die zunehmende Digitalisierung aller Aspekte unseres Lebens und die Durchdringung unserer physischen Umgebung mit Computern, die immer kleiner werden und immer stärker vernetzt sind, ist die Wichtigkeit von Algorithmen enorm gewachsen. Ausgestattet mit Sensoren und künstlichen Intelligenzen, erfassen und interpretieren sie, was um sie herum geschieht. Algorithmen lernen also auf uns zu reagieren und uns besser kennenzulernen, um dann eigenständig Entscheidungen für uns zu fällen oder unser Verhalten zu beeinflussen.

Algorithmen im Alltag

Wenn wir uns durch den Alltag bewegen, hinterlassen wir mit jeder Tätigkeit, jedem Handgriff und jedem Schritt Daten.Wenn wir uns bewegen, dank digitaler Schrittzähler, wenn wir Geld am Automaten abheben, oder ein Ticket in den Urlaub buchen: bewusst oder unbewusst steigt unser digitaler Fußabdruck jedes Mal weiter an und verrät mehr über uns als dem ein oder anderen vielleicht lieb ist. Damit füttern wir die Algorithmen, die von solchen Daten leben und ihre Reichweite ständig erweitern. All diese Datenströme versorgen den Algorithmus, helfen ihm mehr über uns zu lernen und die Welt um uns herum maßzuschneidern. Inzwischen sind diese Algorithmen bereits so weit entwickelt, dass man sie stellenweise auch nimmt um tiefgreifende persönliche Entscheidungen zu treffen, wie beispielsweise Kreditvergaben oder Jobzusagen. Doch auch im medizinischen Bereich werden sie immer stärker benutzt. Algorithmen unterstützen Ärzte bei Diagnosen, organisieren Arbeitsabläufe und Mitarbeiter in Krankenhäusern und sollen so für einen effizienteren Ablauf garantieren.

Algorithmen kennt man aber vor allem aus den sozialen Medien und dem Internet.

Von den Inhalten, die wir auf unsere Facebook Homepage sehen, unserer Google Suche, unseren Spotify Lieblingsplaylisten oder dem Warenkorb bei Amazon: all dies wird von Algorithmen gesteuert und beeinflusst. Obwohl die Algorithmen so viel über uns wissen, wissen wir nichts über sie. Denn wie genau Facebook seine Faktoren auswählt, die dann später in die Ranking-Algorithmen von Google und Facebook einfließen, ist bewusst Top Secret. Dabei soll jedoch der berühmte Facebook Like Button mehr dazu beisteuern als bislang gedacht. Ein Like und der Algorithmus weiß wieder etwas besser Bescheid, was uns gefällt und wie das genutzt werden kann.

Das sieht man bereits teils erschreckenderweise am Beispiel von Amazon: die Plattform scheint allwissend zu sein, wenn es um unsere Wünsche und Vorlieben geht. Der Algorithmus von Amazon weiß bereits vor uns, was wir wollen und bietet uns die Erfüllung unserer Bedürfnisse mit nur einem Klick an. Doch das passiert natürlich nicht nur zu unserem Wohl: Mit unseren Daten kann der Algorithmus Amazon steinreich machen, indem er dadurch beispielsweise Preise variieren kann, manchmal sogar stündlich. Bestes Beispiel? Am teuersten ist Amazon abends, wenn berufstätige und lang arbeitende Kunden Zeit für den Einkauf haben. Wir denken, Amazon präsentiert uns gerade zufällig zur richtigen Zeit das richtige Produkt, aber dahinter steckt der ominöse Algorithmus. Und schon klingelt die Kassa! Das muss aber nicht immer schlecht sein, denn ein Algorithmus kann helfen Kundenverhalten vorherzusagen und damit die Retailexperience effizienter zu gestalten. Der Warenkorb bei Amazon kann daher auch als Feedback vom Kunden betrachtet werden.

Das ist kein kurzweiliger Trend,
sondern die Zukunft.

Das Einkaufen im stationären Handel wie auch im Netz ist also immer stärker abhängig von Daten. Daher ist es wichtig, sich am Kunden und seinen Bedürfnissen zu orientieren. In Zukunft wird viel stärker mit Selbstscan-Systemen und Kundenkarten gearbeitet werden müssen damit der Einzelhandel seine Kunden besser verstehen und die Effizienz gesteigert werden kann. Aber auch mit statistischen Auswertungssystemen und Künstlicher Intelligenz kann zur Verbesserung und Effizienzsteigerung der Nachbestellung von Waren beigetragen werden. Algorithmen werden voraussagen, wie sich Sonderangebote auswirken, und automatisch die Bestellung dementsprechend anpassen. Dies garantiert dann eine dynamische Preisgestaltung, die dem Handel zu mehr Gewinnen verhelfen kann.  

Mensch oder Maschine?

„We are caged in simulations. Algorithms evolve, push us aside and render us obsolete…” Bereits die Lyrics vom Muse Song “Algorithms” lassen erahnen, dass das Thema einiges an Bedenken aufwirft. Einerseits sind Algorithmen sehr praktisch, da uns Entscheidungen abgenommen werden und Abläufe effizienter abgewickelt werden können. Doch mit den moralischen und rechtlichen Fragen und Implikationen sollte man sich unbedingt auseinandersetzen. Ein bewusster Umgang mit Daten, und die Erkenntnis der Implikationen, die eine immer steigende Digitalisierung mit sich bringt, wird immer wichtiger.

Die Zukunft ist allwissend, und digital

In Zukunft werden mehr Algorithmen und Daten denn je zum Einsatz kommen, wenn es um Kaufentscheidungen und die Beeinflussung unserer Vorlieben geht. Die Stichworte lauten: intelligente Einkaufsassistenten, Inhouse-Navigationssysteme für den Markt, dynamische Preisschilder, individuelle Rabatte und persönliche Produktvorschläge. Künstliche Intelligenz ist bald gar nicht mehr so künstlich.

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