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person cooking a meal

Höchste Lieferzeit

23. Mai 2016, Editorial

Abseits von Zeitungen: Abo-Modelle liefern auch dem stationären Handel überzeugende Argumente. Vor allem, da sich Kunden Zeit und Geld sparen.

Thema:

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bequem
essen
liefern
nach hause
ny times
zukunftsmodell

Statt mit dem Einkaufswagerl gehen wir heutzutage mit dem Smartphone einkaufen. Bequem vom Sofa aus. Frisches Obst und Gemüse, gesunde Snacks. Aber auch Bier und Wein. Oder Kekse. Beauty-Produkte. Socken. Sogar Hundespielzeug.
Für so gut wie alles gibt’s mittlerweile Bestellabos. Einmal anfordern, regelmäßig erhalten. Sie sind der Gipfel der Gemütlichkeit, aber auch furchtbar praktisch in einer Zeit, in der viele viel arbeiten, die Öffnungszeiten von Geschäften aber nach wie vor ganz unbeeindruckt irgendwo zwischen 18 und 19 Uhr enden.

Alles ist lieferbar,
einmal anfordern, regelmäßig erhalten.

Gerade was Lebensmittel angeht, entwickelt sich der Markt rasant weiter. Was früher Lieferdienste auf Abruf waren, sind jetzt Abozusteller – mit bis zu acht Millionen Zustellungen pro Monat (wie bei Blue Apron, einem Lieferservice für Mahlzeiten). 2014 wurden laut CB Insights mehr als eine Milliarde Dollar in den Bereich der Essens- und Nahrungsmittellieferung investiert, allein im ersten Quartal 2015 schon 500 Millionen. Was dabei besonders boomt: meal kit services. Also Boxen, in denen alle Zutaten enthalten sind, die für eine bestimmte Mahlzeit gebraucht werden. Neue Chancen, auch für den stationären Handel, der sein Angebot erweitern kann.

Abo-Modelle boomen vor allem in der Lebensmittel­branche. Jeder Bereich kann sie aber für sich so adaptieren, dass es passt.

Die New York Times hat sich genau aus diesem Grund (Geld) mit dem Zustellservice Chef zusammengetan. Im Sommer 2016 sollen Leser die Zutaten der NYT-Rezepte innerhalb von 48 Stunden nach Hause geliefert bekommen. Der Preis für zwei Personen: zwischen 19 und 39 Dollar. Weil, so sagt es die Vizechefin der Markenentwicklung, Alice Ting, die Zielgruppe der NY Times eben viel Zeit beim Kochen verbringe und man diesen Markt daher erschließen wolle. Gesunde Ernährung, kreatives Kochen, Kennenlernen von neuen Gerichten und Zutaten – das alles entspricht dem Zeitgeist und vor allem dem Lifestyle der Millennials.

In einer Welt, in der Online-Shopping den Einkaufsbummel vor der Haustür mehr und mehr ablöst, wirkt auch der Weg ins Lebensmittelgeschäft irgendwie zu aufwendig. Während also viele noch mit der Umstellung auf ihren Online-Shop hadern, sollten sie eigentlich schon an eigenen Abo-Modellen arbeiten. Vorreiter war – no na – Amazon mit seinen Spar-Abos. In eigens gewählten Intervallen liefert das Versandhaus die gewünschten Produkte. Regelmäßig und in der Wiederholung günstiger. Nebenbei steigt Amazon übrigens auch ins meal-kit-Business ein. Wenig verwunderlich: Es gehört zu den am schnellsten wachsenden Geschäftsmodellen, was Essen angeht.

Abonnements jeglicher Art funktionieren auch deshalb so gut, weil sie nicht nur den bequemen Kunden entgegenkommen, sondern weil sie beiden Seiten – Käufern und Händlern – ein neues Erlebnis bieten.

Einerseits sind Zahnpasta, Gesichtscreme und Wattestäbchen einfach immer da. Andererseits legt das Unternehmen beim nächsten Mal ein neues Haarshampoo dazu, das vielleicht gefällt und ab sofort zusätzlich bestellt wird. Für den stationären Handel geht es im Grunde darum, im Sinne des Multichannel-Marketings möglichst viele Verkaufskanäle zu nutzen und diese auch individuell zu bespielen. Das Abo-Modell ist dabei nur eines von vielen – aber im Moment gerade das eine, bei dem viele Kunden auf Gefällt mir drücken.

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