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Billa Feinkosttheke

Ein Ding der Möglichkeit

09. Juli 2016, Editorial

Nie mehr mit leeren Händen dastehen. Keine Warteschlangen mehr. Vom Internet der Dinge sind wir im Grunde nur einen Klick entfernt.

Thema:

IdD
Internet of Things
Walmart

Die Milch geht nie mehr aus, dafür das Licht von selbst an, wenn es draußen dämmert. Im Winter ist das Auto rechtzeitig zur Abfahrt vorgeheizt, im Sommer ist es Daheim immer angenehm kühl. Was Sie dafür tun müssen? Gar nichts. In Zukunft – teilweise auch schon heute – funktioniert der Alltag vollautomatisch, weil wir dann ganz selbstverständlich mit dem Internet der Dinge (IdD) leben. Geräte und Maschinen sind online vernetzt und denken selbstständig mit. So wie der Kühlschrank, der Lebensmittel nachbestellt, sobald sie zur Neige gehen. Das gilt für alle unsere Lebensbereiche, in denen zwar lästige Aufgaben wegfallen (eben: am Heimweg an die Milch denken), wir aber mit noch mehr Daten, ihrer Auswertung und Sicherheit zu tun haben werden. Dennoch: Die Chancen scheinen zu gut, um sie ungenützt zu lassen. Besonders profitabel könnte das Internet der Dinge für den stationären Handel werden, dem das McKinsey Global Institute ein jährliches Potenzial von 410 Milliarden bis 1,2 Billionen US-Dollar für das Jahr 2025 prognostiziert. Zum Vergleich: Die Automobilindustrie darf mit zwischen 210 und 740 Milliarden Dollar rechnen. Großes Geld.

Bis zu 1,2 Billionen Dollar kann der stationäre Handel mit dem IdD verdienen.

Die Nummer mit dem immer vollen Kühlschrank funktioniert ja auch nur, weil der Handel ebenfalls neue Wege zur Vernetzung findet und weil er es schafft, die gewonnenen Daten richtig zu interpretieren. Er erhält so ein noch viel umfassenderes Bild von seinen Kunden, von deren Bedürfnissen – und sogar davon, wie diese sich unter verschiedenen Umständen, mitunter stündlich (!), ändern. Walmart achtet zum Beispiel immer ganz genau auf die Wettervorhersage, weil der amerikanische Konzern dank genauer Datenanalyse herausgefunden hat, dass seine Kunden bei Sonnenschein und über 26 Grad Celsius mehr Salat kaufen. An Sommertagen wird es bei Walmart also wahrscheinlich immer genügend Grünzeug – dafür vielleicht weniger Deftigeres – geben, um die Nachfrage zu befriedigen. Zu wissen, wonach Kunden greifen, ist auch deshalb wichtig, weil die Regale dann automatisch passend gefüllt sind. Nicht zu viel, nicht zu wenig, nie leer. Richtiges Haushalten für die Budgetoptimierung.

Es gibt Unternehmen, die das IdD schon jetzt einsetzen und bereits sehr davon profitieren.

Walmart ist aber nicht das einzige Unternehmen, das bereits auf das IdD setzt, um seine Stores zu managen. Bei Disney erhalten Besucher „MagicBand“-Armbänder, die aufzeichnen, welche Angebote in ihren Vergnügungsparks besonders beliebt sind. Disney kann reagieren und dort ausbauen, wo Potenzial nach oben besteht. Hugo Boss arbeitet mit Wärmesensoren in seinen Geschäften, um die Bewegungen seiner Kunden nachzuvollziehen und so gezielt Premiumprodukte an den höchstfrequentierten Orten zu platzieren. Das IdD erleichtert also nicht nur die Logistik, sondern fördert die gezielte und individuelle Kommunikation mit Kunden. Das fängt bei der Gestaltung der Geschäfte an (Stichwort: Digital Signage) und hört dort auf, wo Kunden maßgeschneiderte Angebote bekommen, sobald sie einen Store betreten (etwa via Apps). Wenn sie ihn dann mit den für sie passenden Produkten verlassen, wartet keine Menschenmenge an der Kasse. Weil es gar keine Kasse mehr gibt. Artikel, Smartphone und Internet sind ja sowieso vernetzt, das Bankkonto wird, wie beim Online-Shopping, einfach im Nachhinein belastet. Der ganz normale Gang der Dinge.

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